Hochschulgruppen fordern Entfristungsquote vom Wissenschaftsministerium

14. Dezember 2020 | Von | Kategorie: Hochschule, Pressemitteilungen & Positionen

Offener Brief von Mittelbauinitiativen an den Wissenschaftsminister

Link zum Offenen Brief.

Wissenschaftler*in unterhalb der Professur – das ist leider derzeit ein Berufsbild ohne Perspektive. Denn wer zu diesem sogenannten wissenschaftlichen Mittelbau gehört, hat in aller Regel, das heißt mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 %, einen befristeten Vertrag.

Das Problem ist durchaus erkannt, das Niedersächsische Hochschulgesetz schreibt etwa den Hochschulen vor, diese Mitarbeiter*innen möglichst zu entfristen, mindestens aber die Befristungsdauer so weit wie möglich auszudehnen. Auch der Bund will – glaubt man seiner Programmatik – den Missstand bekämpfen und hat an die Vergabe von Geldern, die durch den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ an die Hochschulen fließen sollen, die Bedingung geknüpft, diese Mittel auch dafür zu nutzen, Entfristungen zu fördern. Es geht dabei immerhin bundesweit um ca. 4 Mrd. Euro jährlich, also für Niedersachsen um jährlich ca. 400 Mio. Euro.

Diese Mittel sollen bald fließen. Aber weder das Land Niedersachsen, noch der Bund nehmen ihre selbst gesetzten Ziele ernst – es bleiben Lippenbekenntnisse. Das Land hat in seiner sogenannten „Verpflichtungserklärung“, mit der es gegenüber dem Bund darstellt, wie das Geld ausgegeben werden soll, keine Maßnahme zur Reduzierung der befristeten Arbeitsverträge aufgenommen, und der Bund hat diesen Mangel einfach akzeptiert.

Eine Reihe von Mittelbau-Initiativen niedersächsischer Hochschulen hat daher einen offenen Brief an den Wissenschaftsminister geschrieben, in dem sie eine konkrete Quote für Dauerstellen fordern, die von den Mitteln des Zukunftsvertrages finanziert werden und die einem Personalentwicklungskonzept mit einem Dauerstellenkonzept folgen. Es werden konkrete Rechenbeispiele vorgelegt, wie der GEW-Grundsatz „Dauerstellen für Daueraufgaben“ für das Lehrangebot von Studiengängen umgesetzt werden kann.

Das Land kann eine solche Quote über die nächsten Studienangebotszielvereinbarungen in den Hochschulen durchsetzen, die im Frühjahr zwischen Wissenschaftsministerium und den Hochschulen abgeschlossen und in denen die Mittel des Zukunftsvertrages, die eine Hochschule erhalten soll, vereinbart werden.

Offener Brief: https://os-stadt.gewweserems.de/wp-content/uploads/2020/12/Brief-MWK-final.pdf

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