Große Aufmerksamkeit am Antikriegstag

3. September 2015 | Von | Kategorie: Aktuelles

Die Osnabrücker Gewerkschaften beziehen in zwei Veranstaltungen Position

 Eröffnung der Ausstellung „Flucht-Flüchtlinge-Asyl“ unter dem Motto „Asyl ist Menschenrecht“

 Für ein volles Haus und viel Interesse sorgte die Ausstellung „Flucht-Flüchtlinge-Asyl“ im Gewerkschaftshaus. Vor allem junge Menschen prägten den Kreis der Teilnehmenden, als Nicole Verlage, Vorsitzende des DGB- Stadtverbandes Osnabrück, die Veranstaltung mit dem Thema „Asyl ist Menschenrecht“ eröffnete.

Einleitend verwies sie auf die Initiative, mit der die Arbeiterjugendbewegung in den 50zigern den Antikriegstag begründete. Mit dem Blick auf die Ursachen und Folgen von Krieg und Faschismus knüpft auch der Antikriegstag 2015 an. So beschrieb Nicole Verlage die größte Fluchtbewegung der neueren Zeitgeschichte, die von der Ausstellung in den Fokus gestellt wird.

Mit scharfen und kritischen Worten umriss sie Ursachen der höchst prekären Situation Geflüchteter und griff die politische Untätigkeit an, die dem Rechtspopulismus Vorschub leistet. Stattdessen steht der unteilbare Schutz der Menschenrechte, die für alle Menschen gleich gelten ganz oben auf der Agenda.

Anhaltender Applaus bestätigte Verlage in ihrer Ansicht, dass zivilgesellschaftliches Engagement vieler Menschen ausdrückt, woran sich politische Verantwortung wird messen müssen. Das breite Engagement, mit dem in diesem Land akuter Not begegnet wird, zeigt auch die Untätigkeit derer, die ihre Aufgaben nicht erledigen. „Schlechte Leistung. Gute Arbeit sieht anders aus!“, resümiert sie mit dem Hinweis auf die Ausstellungstafeln. Die dokumentieren beindruckend, dass die Fluchtbewegung weder überraschend noch unerwartet ist. Auch der lange verfolgte Plan, sich dieser Flüchtlinge mit einer Festungspolitik zu entziehen, wird deutlich. Solche Politik ist unredlich!“

 

Ein Film zu den Folgen im Kampf um Marktanteile

Am späteren Abend konnten weit über 100 Gäste dem französischen Film „Discount“ folgen. Der zeichnet eine Geschichte von unterschiedlichsten Menschen, die im Handel arbeiten und mit perfiden Mitteln unter Druck gesetzt und um ihre Existenz gebracht werden. Billig sein um jeden Preis. Ausbeutung im Auspielen von Arbeitskräften, an deren unterem Ende die Migranten stehen.

Die Not und die Absurdität des hinein Gleitens in Widerstand ist präsent, wie der Willen zum Überleben. Dass der Kampf um Marktanteile, die Billigprodukte und die Macht der Discounter schwere Folgen haben, die inzwischen in so genannten Freihandelsabkommen ihre absurde Zuspitzung finden, machte Heinrich Funke für den veranstaltenden DGB deutlich. Diese Aspekte wurde von dem Film verdeutlicht, der „ganz normales Leben“ nachzeichnet und mit Widerstand garniert, aus dem kuriose Taten folgten.

 

„Krieg beginnt nicht mit der abgeschossenen Patrone. Davor stehen der Produzent, der Händler, Kriegsgewinnler!“, benennt es Nicole Verlage. „Es sind die Ausbeutung und Unterdrückung, die Ausgrenzung und Verelendung, die ungleiche Verteilung von Reichtum, die vor der ersten Patrone stehen. Krieg bleibt immer Ausdruck eines absoluten Machtanspruches und niemals die Auflösung von sozialer oder wirtschaftlicher Ungleichheit.“ Diese Zusammenhänge darzustellen, meint Verlage, ist Tradition des Antikriegstages.

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