Erfolgreicher Auftakt mit ganztägigem Warnstreik an 150 Schulen in Niedersachen

3. März 2015 | Von | Kategorie: Aktuelles

In der Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst der Länder haben am heutigen Dienstag ca. 750 Beschäf­tigte an Schulen die Arbeit niedergelegt. Die sozialpädagogischen Fachkräfte, SchulsozialarbeiterInnen und tarifbeschäftigten Lehrkräfte aus ca. 150 Schulen waren einem Aufruf der GEW Niedersachsen zu einem ganztägigen Warnstreik in der Tarifrunde 2015 bei den Ländern gefolgt.

Beschäftigte an Schulen in Hannover, der Region Hannover, Göttingen, Osterode, Goslar, Oldenburg, Osnabrück, Cuxhaven, Nienburg, Hameln, Debstedt, Bad Bederkesa Landesbergen, Stolzenau, Lüneburg sowie in Braunschweig, Wolfsburg und Peine bestreikten am Vormittag ihre Schulen und fuhren an­schließend zur zentralen Warnstreikkundgebung nach Hannover.

Am Kundgebungsort, dem Kröpcke, rief der GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke vor 600 Streiken­den die Arbeitgeber dazu auf endlich ein verhandlungsfähiges Angebot für eine Lohnerhöhung vorzu­legen.

Er kritisierte massiv die Forderung der Arbeitgeber die Betriebsrenten zu kürzen. „Die Beschäftigten haben sich heute deutlich und werden sich auch weiterhin vehement gegen die Kürzungen der Betriebs­rente zur Wehr setzen“, führte Gehrke aus. Wer die Betriebsrente einschränken wolle und keine Ent­gelterhöhung anbiete, der provoziere weitere Streiks, so Gehrke weiter.

Auch müsse endlich ein Tarifvertrag für die angestellten Lehrkräfte abgeschlossen werden. „Wir erwar­ten ernsthafte und verhandlungsfähige Angebote der Arbeitgeber für über 200.000 Lehrkräfte“, sagte Gehrke unter großem Beifall der Streikenden.

Laura Pooth, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW, wies auf die schlechten Arbeits- und Ein­kommensbedingungen der pädagogischen Mitarbeiter an den Grund- und Förderschulen hin. „Zwangs­teilzeit und befristete Verträge gehören endlich abgeschafft, um gute Arbeit an den Schulen leisten zu können“, so Laura Pooth.

Rüdiger Heitefaut, Tarifsekretär der GEW, forderte die Streikenden am Ende der Kundgebung auf, sich in den Tagen vor der 3. Verhandlungsrunde auf weitere Streiks vorzubereiten. „Wir sehen uns bald wieder!“, schloss er die Kundgebung.

Hintergrund:

GEW, ver.di und GdP fordern:

  • Erhöhung der Entgelte um 5,5 %, mindestens aber um 175 €
  • Tarifliche Eingruppierung von Lehrkräften
  • Ausschluss sachgrundloser Befristungen
  • Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung auf die Beamten
  • Keine Eingriffe in die betriebliche Altersversorgung

Die 3. Verhandlungsrunde findet am  16./17. März 2015 statt.

Die Gewerkschaften verhandeln für insgesamt 820.000 Beschäftigte der Länder.

Tarifbeschäftigte an Schulen in Niedersachsen:  ca. 19.000

Beamte im Schuldienst ca. 80.000

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