Am 11. September sind Kommunalwahlen

31. August 2016 | Von | Kategorie: Aktuelles

Die GEW fragt die Parteien, wie sie sich zur Bildungspolitik in Osnabrück stellen.

Die GEW sich u.a. ein für…

… eine optimale BETREUUNG aller Vorschulkinder,

… ein GEMEINSAMES GRUNDSCHULANGEBOT für alle Schülerinnen und Schüler mit hochwertiger Ganztagsbetreuung,

und ein INKLUSIVES SCHULANGEBOT für alle Kinder und Jugendlichen!

D i e G E W fragt die Ratsparteien in Osnabrück

Öffentliche Grundschule

Nach § 106 des Nds. Schulgesetzes ist die Stadt als Schulträger verpflichtet, „Schulen zu errichten, zu erweitern, einzuschränken, zusammenzulegen, zu teilen oder aufzuheben, wenn die Entwicklung der Schülerzahlen dies erfordert.“

Am Grundschulstandort „Albert-Schweitzer-Schule/Heilig-Geist-Schule“ musste die Stadt sehr teure Pavillonklassen aufstellen, um die vielen Klassen der Heilig-Geist-Schule unterzubringen. Die Heilig-Geist-Schule darf mit einer Ausnahmeregelung für vier Jahre 40 % nichtkatholische Schülerinnen und Schüler aufnehmen.

Diese Regelung verhindert eine ausgeglichene Schülerschaft für die benachbarte Albert-Schweitzer-Schule und die Heilig-Geist-Schule. Die GEW schlägt die Gründung einer Gemeinschaftsschule an diesem Standort vor, so wie z. Bsp. bereits in Voxtrup geschehen.

Die GEW fragt:

  1. Welche Initiative wird Ihre Partei ergreifen, um am o.a. Standort eine Gemeinschaftsschule zu gründen?

  1. Welche Meinung vertritt Ihre Partei zur Gründung einer Gemeinschaftsgrundschule am Standort „Elisabethschule / Rückertschule“?

 Ganztag in der Grundschule

Immer mehr Erziehungsberechtige – vor allem Alleinerziehende – sind gezwungen, eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen.

Die GEW fragt:

  1. Welche konkreten Maßnahmen wird Ihre Partei ergreifen, um ALLEN Erziehungsberechtigten im Grundschulbereich ein schulisches Ganztagsangebot zu unterbreiten?

  1. Bis wann können Ihrer Vorstellung nach ALLE Elternwünsche spätestens berücksichtigt werden?

Sekundarstufe  I

Inklusion und gemeinsame Schule

Die GEW fordert die vollständige Umsetzung der UN-Konvention „Convention on the Rights of Persons with Disabilities“; United Nations 2006; und damit

EINE SCHULE FÜR ALLE OHNE AUSSONDERUNG.

INKLUSION bedeutet das (schulische) Zusammenleben aller ohne Separation nach verschiedenen Merkmalen wie z. B. Geschlecht, kultureller, sprachlicher, ethnischer Herkunft, unterschiedlicher Bildungs- und Lernerfahrungen, unterschiedlicher sozialer Hintergründe, kognitiver Fähigkeiten etc.

Die GEW beklagt eine völlig stagnierende Schulentwicklung in Osnabrück seit der Gründung der IGS Eversburg im Jahr 2010.

In den Städten in Niedersachsen haben Erziehungsberechtigte ein vielfältiges Schulangebot, vor allem für schwächere Schülerinnen und Schüler, z. Bsp. Oldenburg (3 IGS + Waldorfschule), Hannover (15 IGS) und Braunschweig (5 IGS).

Die GEW fragt:

  1. Wann wird Ihre Partei die beiden letzten Hauptschulen endlich auflösen?

Schon seit Jahrzehnten wird vielen Schülerinnen und Schülern der Zugang zu einer Gesamtschule verwehrt. An der Gesamtschule Schinkel müssen zum Schuljahr 2016/17 wieder über 50 Anmeldungen abgelehnt werden. Grundschullehrerinnen berichten auch dieses Jahr wieder von weinenden Kindern, die nicht zusammen mit ihren Klassenkameradinnen an einer Gesamtschule angenommen worden sind. Immer handelt es sich um die schwächsten Schülerinnen und Schüler, die die besondere Aufmerksamkeit des Schulsystems benötigen.

Die GEW fragt:

  1. Wann endlich werden die dringend benötigten zwei weiteren Integrierten Gesamtschulen in Osnabrück gegründet?

Fast 60% aller Erziehungsberechtigten eines Schülerjahrgangs wählen das Gymnasium. Damit ist das Gymnasium seit Jahren schon zur „G E S A M T schule“ in Osnabrück geworden.

In der historischen Universitätsstadt Göttingen hat die Stadt auf den Wunsch der Erziehungsberechtigten reagiert: Ab 2015 gibt es ausschließlich drei Integrierte Gesamtschulen und fünf Gymnasien.

Auch in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin u.a. haben SPD, CDU und Grüne ein zweigliedriges Schulsystem geschaffen.

Die GEW fragt:

  1. Welche Berechtigung hat für Ihre Partei nach der Einführung der inklusiven Schule überhaupt noch die Selektion der Schülerinnen und Schüler in Schulformen?

  2. Wann wird Ihre Partei dem dringenden Elternwillen in Osnabrück nach längerer Beschulung in einer gemeinsamen Schule nachkommen?

Entwicklung der Schülerzahlen

In Osnabrück sind seit Anfang 1990 viele Schulen (Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Martin-Luther- Schule HS, RS + HS Eversburg, HS/RS Käthe-Kollwitz, Ratsgymnasium – Außenstelle Eversburg u.a.) geschlossen worden. Die demographische Entwicklung der Schülerzahlen erfordert weitere, einschneidende Veränderungen durch den Schulträger.

Die GEW fragt:

  1. Welche Meinung vertritt Ihre Partei zur Reduzierung der Anzahl der katholischen Stiftungsschulen in Osnabrück zugunsten der öffentlichen Schulen?

Vor allem im nichtgymnasialen Bereich reduzieren sich die Schülerzahlen immer mehr.

Die GEW fragt:

  1. Wird sich Ihre Partei für eine Reduzierung der Anzahl der katholischen Oberschulen zur Aufrechterhaltung eines breiten Angebotes der öffentlichen Schulen in Osnabrück einsetzen?

  1. Welche Überlegungen gibt es in Ihrer Partei zu einer umfassenden Kooperation mit dem Landkreis Osnabrück mit dem Ziel einer gemeinsamen Schulträgerschaft im allgemeinbildenden Bereich zur Bereitstellung eines wohnortnahen Angebotes einer „Schule für alle“, vor allem in Osnabrück und seinen Nachbargemeinden?

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