Aktuelle Ausgabe der GEWerkschaft (No. 1/2014)

15. April 2014 | Von | Kategorie: Hochschule, Pressemitteilungen & Positionen

Der Aufmacher „Keine Wissenschaft im Dienste des Krieges“ steht uns gut. Denn auch in den Gewerkschaften des DGB ist keinesfalls ausdiskutiert, ob nicht der Erhalt der Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie wichtiger ist als die Forderung nach Rüstungsstopp und Beendigung der Kriegseinsätze der Bundeswehr. Ja, in Krisenzeiten setzt sich ein Gewerkschaftschef auch mal auf den Schoß des Kriegsministers bzw. bald auch der Kriegsministerin. Über tarifgebundene, unbefristete Vollzeitstellen bei der Rüstungsindustrie freut sich der zuständige Betriebsrat.

Und die absichtlich chronisch unterfinanzierten Hochschulen scheuen sich vor einer klaren Absage an Forschungsvorhaben, die letztendlich einem militärischen Zweck dienen sollen, zumal Drohnen ja auch Weihnachtspakete bringen können.
Philipp erklärt in seinem Beitrag zur Zivilklausel, dass sogar mit der „Freiheit der Wissenschaft“ argumentiert wird, wenn Forschung im Dienste des Militärs durch die Formulierung einer verpflichtenden Zivilklausel ausgeschlossen werden soll. Unseres Erachtens wird hier Freiheit synonym mit Verantwortungslosigkeit gebraucht.
Welche Freiheit damit gemeint ist, kann unter anderem beim Osnabrücker Prof. em. Rainer Eisfeld in „Mondsüchtig – Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei“ nachgelesen werden. Wissenschaftler/innen nehmen gesellschaftliche Fragen in den Blick und stellen sich nicht blind in den Dienst des Meistbietenden. Die Freiheit der Wissenschaft muss auf der Wissenschaftlichkeit der Wissenschaft fußen, die sich niemals von gesellschaftlicher Praxis isolieren lässt.
Im zweiten Beitrag dürfen unsere Veteran/innen der Uni Osnabrück einfach mal melancholisch auf Veränderungen blicken, die sich in den letzten Jahren vollzogen haben. Dazu eine Anmerkung: mangelnde Bereitschaft den Mangel zu verwalten ist kein Argument gegen die studentische Mitbestimmung, sondern ein Grund mehr, sie auszuweiten.
In unserer Rubrik „GEWissen“ gibt es dieses Mal ein wenig Courtsider/innenwissen über Dinge, die nicht zwingend gewusst werden müssen (in Abgrenzung zu allen anderen Beiträgen unserer Zeitschrift). Vorgestellt werden der „Bastard Club“ und die Fernsehserie „Shameless“.
Der Brief des GEWerkschafes heisst den neuen Uni-Präsidenten Lücke willkommen und möchte ihn gleich einladen, in die Kreise hineinzuwachsen, die sich seit Jahrzehnten abseits der Schaltstellen der Macht mit der Frage beschäftigen, wie wir uns eine Universität im Interesse der Studierenden und der Beschäftigten vorstellen… Diese Einladung ergeht hiermit auch an alle diejenigen, die nicht Präsident einer Universität sind.
Die Vorstellungen des neu verabschiedeten Köpenicker Appells gehen ebenfalls in diese Richtung, allerdings eher im Bemühen, die größten und am meisten stinkenden offenen Wunden zu benennen und konkrete Vorschläge zu machen, wie ein Abheilungsprozess eingeleitet werden kann. Denn die Auseinandersetzung um die Bezahlung der rumänischen Kollegen, die auf der Baustelle der Hochschule Osnabrück malocht haben, ist kein Ausnahme- sondern der Regelfall:
unbezahlte Arbeit, extreme Abhängigkeitsverhältnisse bei größt annehmbarer Freiheitsrhetorik und unsichere Beschäftigungsverhältnisse gibt es sowohl dort, wo neue Gebäude hochgezogen werden, sie sind aber seit Jahren auch in den bestehenden Büros und Hörsälen präsent. Ein Vorstoß des DGB gegen Werkverträge, den wir aktiv unterstützen, ist entsprechend auf der letzten Seite dokumentiert.

Solidarische Grüße
Die Redaktion

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Die vollständige Ausgabe zum Download:

GEWerkschaft_2014/1 (pdf, 6,3 MB)

 

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