GEW-Vorsitzende Astrid Müller ruft die Tarifbeschäftigten zur Arbeitsniederlegung auf

6. Februar 2017 | Von | Kategorie: Aktuelles

Quelle: Friedhelm Hollmann

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute streiken die Kolleginnen und Kollegen der Anne-Frank-Schule und der Montessorischule.
Aber auch Kolleginnen und Kollegen der Astrid-Lindgren-Schule in Bohmte und aus der Wiehengebirgsschule Melle, sowie viele einzelne anderer Schulen und Schulformen.
Dem Aufruf der GEW ist Verdi gefolgt, so dass wir gemeinsam an den Schulen streiken können. Hierfür ein herzliches Dankeschön.

Denn nur gemeinsam sind wir stark.

Dank eurer Bereitschaft zu streiken ist der Schulbetrieb erheblich gestört. Die meisten der Streikenden sind wie immer Erzieherinnen und Erzieher, Therapeutinnen und Therapeuten und einige Lehrkräfte.
Ihr bildet die Basis des Tarifkampfes.

Aber nicht nur das. Auch in den Schulen läuft ohne eure Arbeit und ohne euer Engagement nichts.

Und wie wird euch das gedankt?
Mit einem Gehalt, von dem man trotz einer hochwertigen Ausbildung kaum leben kann.

An vielen Schulen ist es schwer, die Stellen mit ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern zu besetzten. Die gibt es nämlich gar nicht mehr, weil der Beruf nicht attraktiv ist bei dem Gehalt.

Trotz dieser Misere haben die Arbeitgeber auch in der 2. Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.

Forderungen:

Die Forderungen sind geradezu lächerlich.
Wir fordern gerade mal eine Entgelterhöhung von 6% bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Nicht mal diese lächerlichen 6 % seid ihr eurem Arbeitgeber wert. Das ist angesichts der Arbeit, die ihr leistet beschämend.

Einführung der Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9-15, sowie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung

Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial-und Erziehungsdienst an die Kommunen. Warum?
Für gleiche Arbeit gibt es unterschiedlich viel Geld. So verdient ein Sozialarbeiter, der bei der Kommune eingestellt wurde mehr als ein Sozialarbeiter, der beim Land eingestellt ist.

Ausschluss sachgrundloser Befristungen. Menschen werden durch solche Verträge zu Spielbällen der Arbeitgeber. Solche Verträge führen für Betroffene in die Sackgasse, auch wenn sie gute Arbeit gelistete haben.
Solche Verträge sind skandalös und gehören abgeschafft.

Erhöhung der Auszubildenden- und Praktikantenentgelte um 90 Euro.

Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten

Da die Arbeitgeber nicht bereit sind auf diese Forderungen einzugehen, kann unsere Antwort nur Streik sein.

Fragen nach Wertschätzung und Fürsorgepflicht beantworten die Arbeitgeber indem sie kein Angebot vorlegen.
Es ist erschütternd, dass man für eine kleine Erhöhung so kämpfen muss.
Aber wir werden kämpfen. Denn:

Wer kämpft kann verlieren, aber wer nicht kämpft hat schon verloren.

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